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Der Dunning-Kruger-Effekt – Warum wenig Wissen oft zu großer Selbstüberschätzung führt

LOTARO
March 18, 2025

Warum wir manchmal weniger wissen, als wir glauben

Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt ein psychologisches Phänomen: Menschen mit geringer Kompetenz neigen dazu, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten stark zu überschätzen. Gleichzeitig fehlt ihnen die Fähigkeit, ihre eigene Inkompetenz zu erkennen. Dieser Effekt tritt in vielen Bereichen des Lebens auf – von der Arbeitswelt bis zur Politik.

Benannt nach den Psychologen David Dunning und Justin Kruger, zeigt die Theorie vier typische Stufen der Selbstwahrnehmung:

  1. Inkompetente Menschen überschätzen oft ihre eigenen Fähigkeiten.
  2. Sie erkennen nicht, wie groß ihre Wissenslücken tatsächlich sind.
  3. Da sie sich ihrer Defizite nicht bewusst sind, investieren sie kaum in Weiterbildung.
  4. Sie unterschätzen die überlegene Kompetenz erfahrenerer Menschen.

Dieses Phänomen hat weitreichende Folgen – besonders in der Führungsebene, im Personalmanagement und in Entscheidungsprozessen.

Warum überschätzen sich Menschen mit wenig Wissen?

Die Ursache liegt in der fehlenden Metakognition – also der Fähigkeit, das eigene Wissen und Können realistisch einzuschätzen. Wer wenig Erfahrung in einem Bereich hat, kann nicht erkennen, was ihm fehlt.

Typische Beispiele sind:

  • Ein Mitarbeiter hält sich für einen großartigen Präsentator, erkennt aber nicht, dass seine Zuhörer unaufmerksam sind.
  • Ein neuer Manager glaubt, alle Antworten zu haben, ohne erfahrene Kollegen zu Rate zu ziehen.
  • Ein unerfahrener Bewerber unterschätzt die Anforderungen einer Position und überschätzt seine eigenen Qualifikationen.

Wie kann man den Dunning-Kruger-Effekt überwinden?

Der Schlüssel liegt in kontinuierlichem Lernen und ehrlichem Feedback:

  • Selbstreflexion fördern: Sich selbst regelmäßig kritisch hinterfragen, um blinde Flecken zu erkennen.
  • Feedback aktiv einholen: Erfahrene Kollegen oder Mentoren um ehrliche Einschätzungen bitten.
  • Lebenslanges Lernen: Fachwissen erweitern, um eigene Annahmen zu überprüfen.
  • Demut bewahren: Auch Experten irren – echte Kompetenz zeigt sich durch Offenheit für neue Erkenntnisse.
Wirkliche Experten zweifeln – Anfänger sind sich oft zu sicher.

Fazit: Wissen wächst mit der Erkenntnis der eigenen Grenzen

Der Dunning-Kruger-Effekt zeigt, dass wahres Wissen nicht nur aus Fachkompetenz besteht, sondern auch aus der Fähigkeit, eigene Schwächen zu erkennen. Unternehmen profitieren von einer Kultur, in der Lernbereitschaft und Feedback gefördert werden. Denn nur wer sich seiner Wissenslücken bewusst ist, kann wirklich wachsen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

1. Betrifft der Dunning-Kruger-Effekt alle Menschen?
Ja, in gewissem Maße. Jeder kann in bestimmten Bereichen in die Falle der Selbstüberschätzung tappen – besonders, wenn ihm Erfahrung fehlt.

2. Kann der Effekt auch in Unternehmen Schaden anrichten?
Ja. Fehlentscheidungen, schlechte Führung und mangelnde Innovationskraft sind oft die Folge von Selbstüberschätzung. Deshalb ist eine offene Feedback-Kultur entscheidend.

3. Wie kann man andere auf ihre Selbstüberschätzung hinweisen?
Behutsam und mit konkretem Feedback. Direkte Konfrontation führt oft zu Abwehrreaktionen. Stattdessen helfen gezielte Fragen und sachliche Diskussionen, Einsicht zu fördern.

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